Roboter-assistierte da Vinci Prostatektomie bei Prostatakarzinom

Ist ein Prostatakarzinom auf das Organ begrenzt, so ist die operative Entfernung der Prostata und der Samenblasen eine wichtige Behandlungsmöglichkeit. Während hier zu früherer Zeit eine Schnittoperation durchgeführt werden musste, steht heute mit der Roboter-assistierten da Vinci Prostatektomie ein modernes Operationsverfahren zur Verfügung, bei dem die Prostata unter dreidimensionaler Sicht in Schlüssellochtechnik schonend entfernt werden kann. Vorteil der Roboter-assistierten Operationstechnik ist der geringere Blutverlust und die schnellere Erholung des Patienten.

Kurzinfo Roboter-assistierte da Vinci Prostatektomie

Indikation lokal begrenztes Prostatakarzinom
Prinzip Operation in Schlüssellochtechnik. Steuerung der minimal-invasiven Instrumente durch den Operateur.
OP-Zeit ca. 3-4 Stunden
Aufenthalt ca. 1 Woche
Hinweis geringerer Blutverlust und schnellere Erholung als bei Schnittoperationen

Fragen zur Roboter-assistierten da Vinci Prostatektomie

Die stationäre Aufnahme zur Roboter-assistierten da Vinci Prostatektomie erfolgt am Tag vor der Operation. Die Operation findet in Vollnarkose statt. Die minimal-invasiven Instrumente des Roboters werden in Schlüssellochtechnik in den Bauchraum eingebracht. Unter dreidimensionaler Sicht wird durch den Operateur die Prostata sorgfältig präpariert und anschließend komplett mit anhängenden Samenblasen entfernt. Das Roboter-assistierte Operieren erlaubt hier die besonders exakte Darstellung und Schonung des Schließmuskels. Außerdem werden die zugehörigen Lymphknoten entnommen. Die Harnblase wird dann oberhalb des Schließmuskels an die Harnröhre angenäht und durch einen Blasenkatheter gesichert. Die postoperative Betreuung erfolgt im Aufwachraum bevor die Verlegung auf die Normalstation stattfindet. Der Blasenkatheter wird nach Überprüfung der Dichtigkeit der Anastomose (Verbindung von Harnblase zur Harnröhre) entfernt. Der Patient entleert dann die Harnblase wieder selbst. Wenn dies zufriedenstellend verläuft, erfolgt die Entlassung. Der gesamte stationäre Aufenthalt dauert circa eine Woche.

Durch die 10-fache Vergrößerung des Operationsgebiets lassen sich die anatomischen Strukturen (Nerven, Gefäße, Schließmuskel, etc.) deutlich besser darstellen und schonen, so dass der Erhalt von Kontinenz und Potenz leichter gelingt. Im Vergleich zur herkömmlichen (Schnitt-) Operationstechnik resultiert ein geringerer Blutverlust, weniger Schmerzen und eine Verkürzung des stationären Aufenthalts.

Nein.

Prinzipiell kann die Roboter-assistierte da Vinci Prostatektomie bei jedem Patienten durchgeführt werden kann. Ausgeprägte Verwachsungen des Bauchraums können im Einzelfall ein Argument dafür sein, auf die Roboter-assistierte da Vinci Prostatektomie zu verzichten.

Der Einsatz des da Vinci Roboters erlaubt eine besonders exakte Präparation der Gewebeschichten. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für den Erhalt der Erektionsfähigkeit. In Abhängigkeit von der Größe, Lokalisation und des Bösartigkeitsgrades des Prostatakarzinoms kann das Nervengeflecht, das für die Erektion nötig ist, erhalten werden. Der Erfolg der Erektions-erhaltenden Operation hängt davon ab, ob nur eine oder beide Seiten der Erektionsnerven geschont werden können.