Operation der Nebenhodenzyste (Spermatozelen-Operation)

Bei einem flüssigkeitsgefüllten Bläschen im Bereich des Nebenhodens handelt es sich um eine Nebenhodenzyste (Spermatozele). Von der Nebenhodenzyste ist eine Ansammlung von Gewebewasser im Hodensack zu unterscheiden, die als Wasserbruch bezeichnet wird (Hydrozele). Beide Erkrankungen werden häufig als störend empfunden, sodass eine operative Versorgung über einen kleinen Schnitt am Hodensack möglich ist.

Fragen zur Diagnose und Therapie einer Nebenhodenzyste (Spermatozele)

Der Nebenhoden ist dem Hoden seitlich aufliegend und dient der Reifung und Speicherung der Spermien. Das Organ verfügt über lange, auf kleinstem Raum gewundene Gänge. Kommt es zum Verschluss eines Gangs, kann sich hier ein mit eiweißreicher Flüssigkeit gefülltes Bläschen, eine sogenannte Zyste ausbilden. Diese wird dann als Spermatozele bezeichnet.

Etwa ein Drittel der Männer entwickeln im Laufe ihres Lebens Spermatozelen. Jedoch nur ein Teil der von einer Spermatozele betroffenen Männer klagt über Beschwerden.

Typischerweise fällt eine Spermatozele als langsam zunehmende Schwellung des Hodensacks auf, die bei entsprechender Größe als störend empfunden wird. Schmerzen bestehen in der Regel nicht. Jedoch beschreiben Patienten oft ein Ziehen oder Druckgefühl in diesem Bereich. Spermatozelen können einzeln oder mehrfach, an einem oder beiden Nebenhoden sowie gekammert auftreten.

Eine Spermatozele ist nicht gefährlich. Allerdings müssen andere, möglicherweise ernste Ursachen einer Hodenschwellung von einem Urologen ausgeschlossen werden. Die Diagnose wird auf einfache Art und Weise mittels Ultraschalluntersuchung gesichert.

Eine Spermatozele wird dann operativ behandelt, wenn der Patient in seinem Alltag beeinträchtigt ist. Eine klare Grenze ab, welcher Größe die Operation durchgeführt werden sollte, gibt es nicht.

Neben der klinischen Untersuchung wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt.

Neben den allgemeinen Risiken jeder Operation, wie Blutung, Entzündung und Störung der Wundheilung, gibt es bei der Operation einer Spermatozele spezielle Risiken wie beispielsweise eine Hodenverletzung. Zu beachten ist, dass, insbesondere bei jungen Patienten mit Kinderwunsch, eine Operation die Fruchtbarkeit vermindern kann.

Kurzinfo Operation der Nebenhodenzyste (Spermatozelen-Operation)

Indikation störende/schmerzhafte Vergrößerung des Hodensacks
Prinzip Entfernung der Flüssigkeitsblase des Nebenhodens
OP-Zeit ca. 30-45 min
Aufenthalt 1-2 Nächte
Hinweis Vollnarkose oder Rückenmarksnarkose

Fragen zur Operation einer Nebenhodenzyste (Spermatozele)

Über einen Schnitt werden der Hoden und Nebenhoden einschließlich der Spermatozele aus dem Hodensack entnommen. Die Zyste wird dann am Rand vom Nebenhoden getrennt. Hoden und Nebenhoden werden in den Hodensack zurückgelegt und die Wunde vernäht.

Die Aufnahme zur Operation erfolgt am Operationstag. Nach der Operation ist eine stationäre Behandlung für 1-2 Tage zu empfehlen. Während dieser Zeit sollte man den Hoden hochlagern und kühlen. Bis eine Woche nach der Entlassung sollte man nicht arbeiten und sich körperlich etwas schonen.

Die Erfolgsaussichten der Operation sind sehr gut. Eine erneute behandlungsbedürftige Spermatozele tritt am gleichen Nebenhoden in der Regel nicht mehr auf.

Über diese Seite:

Autor

Prof. Dr. med. Sven Lahme
Facharzt für Urologie

Ärztlicher Direktor der Goldstadt-Privatklinik.
Spezialist für Urologie, Mini-PCNL und Roboter-assistierten Operationen mit dem da Vinci System.

Mitglied in wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Gutachter von wissenschaftlichen Fachzeitschriften.

Erstellungsdatum: 08.03.2020Änderungsdatum: 08.03.2020