Korrektur angeborener Penisdeviationen

Angeborene (sog. kongenitale) Penisverkrümmungen bestehen seit Geburt und verändern sich im Laufe des Lebens nicht. Bei Erektion ist der Penis oftmals bis 90 Grad nach unten bogig verkrümmt. Dies führt zu Beschwerden beim Geschlechtsverkehr. Oftmals suchen deshalb junge Erwachsene den Urologen auf. Die Therapie der Wahl besteht in einer operativen Korrektur der Penisverkrümmung. Da bei angeborener Penisverkrümmung keine Bindegewebserkrankung vorliegt, ist im Regelfall nach erfolgreicher Operation mit keiner erneuten Penisdeviation zu rechnen. Für eine optimale Korrektur der Penisverkrümmung ist eine Lösung des Gefäß-/Nervenbündels erforderlich. Dies erfordert eine hohe Erfahrung des Operateurs.

Kurzinfo Korrektur angeborene Penisdeviation

Indikation Penisdeviation mit funktionellen Beschwerden beim Geschlechtsverkehr
Prinzip Korrektur der Penisdeviation in der Methode nach Nesbit. Im Einzelfall auch Streckung des Penisschaftes und Verwendung von Kollagenvlies möglich
OP-Zeit ca. 1-2 Stunden
Aufenthalt 3-4 Tage
Hinweis Vollnarkose zu empfehlen

Fragen zur Korrektur von angeborenen Penisdeviationen

Es erfolgt die Lösung der Penisschafthaut über einen Schnitt, wie bei einer Beschneidungsoperation. Anschließend wird das Gefäß-/Nervenbündel vorsichtig gelöst. Entsprechend der bogenförmigen Penisverkrümmung erfolgt im Regelfall die Entfernung eines ca. 1,5cm breiten Teils der Schwellkörperhülle an drei verschiedenen Stellen (sog. Operation nach Nesbit). Die Schwellkörperhülle wird durch versenkte, nicht tastbare, resorbierbare Nähte verschlossen. Das Gefäß-Nervenbündel wird zurückverlegt. Der Eingriff endet mit der Adaptation der Penisschafthaut.

Die Aufnahme zur Operation erfolgt am Operationstag. Nach der Operation ist die stationäre Behandlung für 3 Tage zu empfehlen. Nach der Entlassung sollte eine sexuelle Karenz von einem Monat eingehalten werden. Es empfiehlt sich 1-2 Wochen nach Entlassung noch nicht zu arbeiten und sich körperlich zu schonen.

Während der Operation wird der Erfolg der Korrekturoperation durch künstliche Erektion überprüft. Die Operation wird erst dann beendet, wenn die Begradigung vollständig ist. Da bei der angeborenen Penisdeviation keine Erkrankung des Bindegewebes vorliegt, ist die Gefahr für eine neuerliche Penisverkrümmung gering.

Zur Streckung des Penisschaftes ist die Lösung des Gefäß-/Nervenbündels in der Mittellinie des Penisschaftes erforderlich. Diese Nerven sind sehr empfindlich und während der Operation nur schwer zu erkennen. Die Ablösung des Gefäß-/Nervenbündels muss deshalb sehr vorsichtig und mit einer geeigneten Technik erfolgen. Wird das Gefäß-/Nervenbündel unsachgemäß gelöst, so kann es zu dauerhaften Störungen des Gefühls der Eichel führen. Erfahrung in der Lösung des Gefäß-/Nervenbündels ist deshalb unerlässlich. Prof. Dr. med. Sven Lahme hat diese Operation über einen Zeitraum von mehr als 25 Jahren ca. 1.500-mal durchgeführt.