Injektion von Medikamenten in den Harnblasenmuskel

Kurzinfo Injektion von Medikamenten in den Harnblasenmuskel

Indikation Dranginkontinenz
Prinzip medikamentöse Lähmung des Harnblasenmuskels
OP-Zeit ca. 15 Minuten
Aufenthalt 1-2 Tage
Hinweis Vollnarkose oder Rückenmarksnarkose

Mittels Blasenspiegelung wird ein Medikament in den Blasenmuskel injiziert, das eine Muskelschwäche verursacht. Auf diese Weise kann es das unwillkürliche Zusammenziehen der Blase hemmen, welches Ursache einer Dranginkontinenz ist. Verwendung findet es, wenn ansonsten medikamentös kein ausreichender Erfolg erzielt werden kann. Das Medikament ist für verschiedene Formen der Inkontinenz zugelassen, z.B. auch bei Reizblase oder neurologisch bedingter Blasenüberaktivität.

Im Rahmen einer Blasenspiegelung wird an verschiedenen Stellen des Blasenmuskels mit einer dünnen Nadel das Medikament eingespritzt. Der Eingriff dauert nur kurz.

Neben den allgemeinen Risiken jeder Operation, wie Blutung und Entzündung, gibt es bei dieser Operation weitere, spezielle Risiken. So ist es möglich, dass die Therapie nicht den gewünschten Effekt erzielt. In seltenen Fällen kann es zu einer übermäßigen Wirkung kommen, die zu einer Restharnbildung oder gar zu einem Harnverhalt führt. Dann muss vorübergehend ein Katheter eingelegt werden. Alle etwaigen Risiken des operativen Eingriffs werden vor der Operation in einem ausführlichen Aufklärungsgespräch besprochen.

Die Aufnahme zur Operation erfolgt am Operationstag. Nach der Operation ist die stationäre Behandlung für 1-2 Nächte zu empfehlen, solange wird der Urin mittels Blasenkatheter abgeleitet. Die volle Wirkung entfaltet sich in der Regel erst nach 1-2 Wochen. Dann ist eine erneute Ultraschallkontrolle notwendig, um die Restharnmenge zu bestimmen.

Den meisten Patienten wird durch den Eingriff erfolgreich geholfen. Das Medikament hat eine begrenzte Wirkdauer von einigen Monaten. Deshalb sind etwaige Nebenwirkungen der Operation auch nie von Dauer. Allerdings sind zur Aufrechterhaltung der Kontinenz natürlich regelmäßige Eingriffe notwendig. Dies ist in Anbetracht des kurzen, selten mit Komplikationen verbundenen Eingriffs aber durchaus vertretbar.