Tumor ist auf die Prostata beschränkt
lokal: Bestrahlung von außen, Bestrahlung von innen (Brachytherapie) oder Entfernung der Prostata
Heilung (kurativ), Lebenserwartung bei Erfolg nicht eingeschränkt
Ein Prostatakarzinom mit Metastasen wird in der Regel mit Medikamenten behandelt. Diese Behandlung kann die Erkrankung nicht heilen, sie hat Nebenwirkungen und verlängert die Lebenszeit nur begrenzt. Prof. Dr. med. Sven Lahme, Urologe und ärztlicher Direktor der Goldstadt Privatklinik in Pforzheim, erklärt, wann und in welcher Form eine medikamentöse Behandlung sinnvoll ist und was mit Blick auf Lebensqualität und Lebenszeit bedacht werden sollte.
Therapie oder Abwarten?
Wann ist eine medikamentöse Therapie von Prostatakrebs, bei dem Metastasen aufgetreten sind, sinnvoll und wann kann Abwarten die bessere Entscheidung sein? Das Video zeigt, warum Krankheitsverlauf, Dynamik des PSA-Werts, bestehende Metastasen, Beschwerden und der allgemeine Gesundheitszustand sorgfältig berücksichtigt werden müssen.
Haben sich bereits Metastasen gebildet, hilft eine lokale Behandlung der Prostata allein nicht mehr. Medikamente wirken dagegen im ganzen Körper und erreichen auch mikroskopisch kleine Tumorzellen, die in der Bildgebung noch nicht sichtbar sind.
Die medikamentöse Behandlung gilt als gut verträglich, ganz ohne Nebenwirkungen ist sie aber nicht. Sie entzieht dem Tumor das männliche Geschlechtshormon Testosteron, das er zum Wachsen braucht. Das kann typische Begleiterscheinungen haben, teils verzögert oder schleichend:
Viele Patienten berichten, dass sie nur noch einen Bruchteil ihrer gewohnten Gartenarbeit schaffen. Jede medikamentöse Therapie geht damit mehr oder weniger mit einem Verlust an Lebensqualität einher.
Bei der klassischen Chemotherapie, etwa mit Docetaxel, sind die Nebenwirkungen zu Beginn deutlich stärker, mit Blutbildveränderungen und regelmäßigen Klinikbesuchen. Laut wissenschaftlichen Daten bringt sie einen Lebensgewinn von etwa vier bis sechs Monaten, bei einer Therapiedauer von drei bis sechs Monaten.
Ziel der Behandlung ist eine möglichst lange Lebenszeit bei gleichzeitig guter Lebensqualität. Prof. Lahme vergleicht verschiedene Strategien:
Metastasen verursachen oft zunächst keine Beschwerden. Da ein späterer Behandlungsbeginn die Gesamtlebenszeit nach Einschätzung von Prof. Lahme nicht wesentlich verkürzt, gewinnt der Patient in der Zwischenzeit Lebensqualität.
Eine fortschreitende Erkrankung zeigt sich meist an einem steigenden PSA-Wert. Ziel der Behandlung ist aber nicht ein niedriger PSA-Wert, sondern ein langes Leben mit guter Lebensqualität. Der bloße Anstieg des PSA-Werts ist nach Einschätzung von Prof. Lahme deshalb kein ausreichender Grund für eine aktive Behandlung.
Besser ist es, zunächst den Verlauf zu beobachten und abzuschätzen, wie schnell der PSA-Wert steigt. Eine aktive Behandlung ist dann sinnvoll, wenn Beschwerden auftreten oder die PSA-Verdopplungszeit sehr kurz ist.
Patienten mit Prostatakrebs und Metastasen oder mit steigendem PSA-Wert nach einer Behandlung können sich in der Goldstadt Privatklinik beraten lassen oder eine Zweitmeinung zum weiteren Vorgehen einholen. Termine sind über das Kontaktformular oder telefonisch unter 07231 41 99 20 möglich.
Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Entscheidung über Zeitpunkt und Art der Behandlung muss individuell getroffen werden.