PSA-Wert erhöht – habe ich Prostatakrebs?

Der PSA-Wert ist ein sehr wichtiger Blutwert für die Früherkennung von Prostatakrebs. Seine Interpretation ist allerdings schwierig, und seine Bedeutung wird immer wieder kontrovers diskutiert. Prof. Dr. med. Sven Lahme, ärztlicher Direktor der Goldstadt Privatklinik in Pforzheim, erklärt auf dieser Seite, woher der PSA-Wert kommt, was bei der Bestimmung zu beachten ist und welche Rolle er für die Früherkennung spielt.

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Inhalt dieses Videos:

PSA-Wert Bedeutung

Ein erhöhter PSA-Wert führt bei vielen Männern zu Unsicherheit. In diesem Video wird erklärt, wie der PSA-Wert entsteht, was ein erhöhter PSA-Wert bedeuten kann und wann Anlass zu weiterer Diagnostik besteht.

  • Einführung: Warum der PSA-Wert so wichtig ist
  • Was ist das Prostata-spezifische Antigen (PSA)?
  • Freies PSA, Gesamt-PSA und PSA-Quotient erklärt
  • Alterskorrigierte PSA-Normalwerte & PSA-Dichte
  • Häufige Fehlerquellen: Untersuchung, Sport, Entzündung
  • PSA-Schwankungen richtig interpretieren
  • Welche PSA-Verläufe sind gefährlich?
  • Wie oft sollte der PSA-Wert kontrolliert werden?
  • SA-Wert und Lebensalter: Für wen lohnt sich Screening?
  • Überdiagnose vs. Übertherapie – was stimmt wirklich?

Was ist der PSA-Wert?

PSA steht für prostataspezifisches Antigen. Dieser Eiweißstoff kommt normalerweise nur in der Prostata vor, genauer in den Ausführungsgängen der Drüsen, die das Samensekret enthalten. Seine Aufgabe ist es, das Samensekret flüssig zu halten. Ein sehr kleiner Anteil gelangt in die Blutbahn und wird dort als PSA-Wert bestimmt.

Gesamt-PSA und freies PSA

Im Blut liegt PSA in zwei Formen vor: an Eiweiß gebunden und frei. Bestimmt werden kann das gesamte PSA oder nur das freie PSA. Aus beiden Werten lässt sich ein Quotient in Prozent bilden, der Hinweise auf das Risiko einer bösartigen Ursache gibt.

Quotient freies PSA / Gesamt-PSA Tendenz
über 20 % eher keine bösartige Ursache
unter 20 % erhöhtes Risiko für Prostatakrebs

Gibt es einen Normalwert für den PSA-Wert?

Einen festen Normalwert gibt es nicht. Er hängt unter anderem vom Alter und von der Größe der Prostata ab und wird deshalb alterskorrigiert definiert. Bei jüngeren Männern kann schon ein vergleichsweise niedriger Wert auffällig sein. Bei älteren Männern kann ein normaler PSA-Wert durchaus über 4,0 bis 4,6 ng/ml liegen.

PSA-Dichte: Einfluss der Prostatagröße

Um die Prostatagröße herauszurechnen, kann die PSA-Dichte bestimmt werden. Dabei wird der PSA-Wert auf das Prostatavolumen bezogen. Liegt die PSA-Dichte über 0,2, ist möglicherweise von Prostatakrebs auszugehen, darunter eher von einer gutartigen Ursache. Auch die PSA-Dichte ist jedoch ein relativ unzuverlässiger Parameter und muss vorsichtig interpretiert werden.

Andere Ursachen für einen erhöhten PSA-Wert

Der PSA-Wert ist kein spezifischer Wert für Prostatakrebs. Er kann auch aus anderen Gründen erhöht sein:

  • Prostataentzündung: eine der häufigsten Ursachen. Nach entsprechender Behandlung fällt der PSA-Wert wieder in den Normalbereich.
  • Untersuchungen an der Prostata vor der Blutabnahme: etwa die Tastuntersuchung mit dem Finger oder der transrektale Ultraschall.
  • Fahrradfahren: Der Druck auf Beckenboden und Prostata kann den Wert im Einzelfall künstlich erhöhen.

Wann ein PSA-Wert abgeklärt werden sollte

Für die Beurteilung zählt nicht nur der einzelne Wert, sondern vor allem der Verlauf über die Zeit. Prof. Lahme unterscheidet drei typische Muster:

Verlauf Bewertung
alle Werte oberhalb des alterskorrigierten Normbereichs abklärungsbedürftig
Werte im Normbereich, aber kontinuierlich ansteigend abklärungsbedürftig, da Prostatakrebs manchmal mit stetig steigenden Werten einhergeht
stark schwankende Werte, zwischendurch wieder normal meist keine bösartige Ursache

Warum schwankende PSA-Werte meist gutartig sind

Ein bösartiger Tumor bildet niemals weniger PSA, sondern immer mehr. Fällt der PSA-Wert nach einer Erhöhung immer wieder ab, können die hohen Werte nicht allein durch Prostatakrebs entstehen. Bei schwankenden Werten zählen deshalb die jeweils niedrigsten Werte. Erst wenn diese steigen oder dauerhaft über dem Normbereich liegen, besteht Abklärungsbedarf.

Wie oft sollte der PSA-Wert bestimmt werden?

Wissenschaftliche Untersuchungen empfehlen folgende Intervalle:

PSA-Wert nächste Kontrolle
bis 1,5 ng/ml nach 5 Jahren
1,5 bis 3 ng/ml nach 2 Jahren
über 3 ng/ml kurzfristig, z. B. nach 3 Monaten

Prof. Lahme empfiehlt darüber hinaus, den PSA-Wert am besten einmal pro Jahr bestimmen zu lassen. Je regelmäßiger gemessen wird, desto zuverlässiger lassen sich schwankende von kontinuierlich steigenden Werten unterscheiden. Bei besonderem Risiko, etwa wenn der Bruder an Prostatakrebs erkrankt ist, kann sogar eine halbjährliche Kontrolle sinnvoll sein.

Für wen ist der PSA-Test sinnvoll?

Im Alter zwischen 45 und 75 Jahren ist die PSA-Bestimmung zur Früherkennung von Prostatakrebs eine sinnvolle Maßnahme. Sie lohnt sich vor allem, wenn die zu erwartende Lebenszeit mehr als zehn Jahre beträgt. Eine feste Altersgrenze gibt es nicht, da auch im höheren Alter im Einzelfall aggressive Tumoren auftreten können. Bei älteren Männern sollte die Bestimmung individuell besprochen werden.

Überdiagnose und Übertherapie: Was ist dran an der Kritik?

Kritiker befürchten, dass zu viele PSA-Tests zu Überdiagnose und Übertherapie führen. Prof. Lahme unterscheidet hier klar: Die PSA-Bestimmung ist eine reine Blutuntersuchung. Ob bei einem auffälligen Wert eine Gewebeprobe entnommen wird, wird gemeinsam mit dem Patienten und unter Berücksichtigung von Begleiterkrankungen, Fitness und Lebenssituation entschieden. Auch die Gewebeprobe ist zunächst nur Diagnostik.

Bei einem verantwortungsvoll beratenden Urologen besteht die Gefahr einer Übertherapie nach seiner Einschätzung nicht, da die Kriterien für eine Therapieentscheidung klar festgelegt sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der PSA-Wert ist ein wichtiger, aber nicht spezifischer Blutwert zur Früherkennung von Prostatakrebs.
  • Einen festen Normalwert gibt es nicht; er wird alterskorrigiert beurteilt.
  • Entscheidend ist der Verlauf: dauerhaft erhöhte oder stetig steigende Werte sollten abgeklärt werden.
  • Schwankende Werte sprechen meist gegen eine bösartige Ursache.
  • Prof. Lahme empfiehlt eine jährliche Bestimmung, sinnvoll vor allem zwischen 45 und 75 Jahren.

Erhöhter PSA-Wert? Abklärung in der Goldstadt Privatklinik in Pforzheim

Männer mit einem erhöhten oder steigenden PSA-Wert können den Befund in der Goldstadt Privatklinik abklären lassen. Prof. Dr. Lahme und sein Team besprechen den Verlauf der Werte und das weitere Vorgehen, von der Kontrolle bis zur Prostatabiopsie. Termine sind über das Kontaktformular oder telefonisch unter 07231 41 99 20 möglich.

Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Bewertung eines PSA-Werts erfordert die individuelle Untersuchung.