Holmiumlaser-Enukleation der Prostata (HoLEP) und Transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P) bei gutartiger Prostatavergrößerung

Wenn eine Störung der Harnblasenentleerung durch Vergrößerung der Prostata nicht mehr mit Medikamenten behandelt werden kann, ist eine operative Verkleinerung der Prostata zu empfehlen. Das Operationsspektrum umfasst unter anderem die Holmiumlaser-Enukleation, die transurethrale Resektion oder die offene Schnittoperation bei sehr großer Prostata mit eventuell zusätzlichen Veränderungen wie Blasensteinen oder Blasendivertikeln.

Die Holmiumlaser-Enukleation der Prostata ist ein minimal-invasives Verfahren zur Größenreduktion der Prostata bei Blasenentleerungsstörungen infolge gutartiger Vergrößerung. Mit dem Laser wird das Prostatagewebe aus der Prostatakapsel gelöst und in die Harnblase verlagert. Dort wird das Gewebe dann zerkleinert und aus der Harnblase abgesaugt. Vorteil dieser Methode ist der gute Gewebeabtrag der Prostata und das gute Langzeitergebnis.

Bei der transurethralen Resektion der Prostata – oder kurz TUR-P - wird über den Weg der Harnröhre das Gewebe der Prostata von innen nach außen spanweise mit einer elektrischen Schlinge abgetragen. Das Ergebnis ist ein kräftiger Harnstrahl. Außerdem weist die TUR-P sehr gute Langzeitergebnisse auf.

Bis heute gilt die TUR-P als der sog. Goldstandard, an dem sich alle neuen operativen Methoden messen müssen. Allerdings kann ein sehr großes Prostatavolumen das Verfahren limitieren, so dass dann der HoLEP gegenüber der TUR-P der Vorzug zu geben.

Vorteil all dieser Methoden ist die Möglichkeit, das entnommene Gewebe feingeweblich zu untersuchen.

Kurzinfo HoLEP

Indikation Vergrößerung der Prostata mit Störung der Harnblasen-Entleerung
Prinzip minimal-invasive Operation über die Harnröhre, Abtragen von Prostatagewebe mit dem Holmium-Laser
OP-Zeit je nach Größe der Prostata, ca. 1-2 Stunden
Aufenthalt 2-3 Tage
Hinweis Rückenmarks-Anästhesie oder Vollnarkose

Kurzinfo TUR-P

Indikation Vergrößerung der Prostata mit Störung der Harnblasen-Entleerung
Prinzip minimal-invasive Operation über die Harnröhre, Abtragen von Prostatagewebe mit einer elektrischen Schlinge
OP-Zeit je nach Größe der Prostata, ca. 1 Stunde
Aufenthalt 2-3 Tage
Hinweis Rückenmarks-Anästhesie oder Vollnarkose

Fragen zur HoLEP

Wenn aufgrund der Größe der Prostata die Harnblasenentleerung unvollständig ist und dies auch durch eine medikamentöse Therapie nicht mehr erfolgreich behandelt werden kann, empfiehlt sich die Durchführung einer HoLEP oder TUR-P. Erwähnenswert ist, dass nach Durchführung der Operation keinerlei Medikamente mehr für die Harnblasenentleerung eingenommen werden müssen. Der Zeitpunkt, zu dem eine Operation angezeigt ist, muss gut abgewägt werden. In der Regel wird sie bei Komplikationen der Blasenentleerung (Harnverhalt, Blasensteine, häufige Harnwegsinfekte) durchgeführt. Zu bedenken ist allerdings, dass nach HoLEP oder TUR-P die Veränderungen des Blasenmuskels, die oft zu verstärktem Harndrang führen, nur langsam rückläufig sind und daher nicht zu lange mit dem Eingriff gewartet werden sollte. Im Vergleich zur TUR-P ist die HoLEP für ausgeprägte Vergrößerungen besser geeignet. Der Gewebeabtrag ist sehr gut.

Die HoLEP ist ein minimal-invasives Operationsverfahren, das über die Harnröhre durchgeführt wird. Das Prostatagewebe wird mit dem Holmium-Laser von der Prostata-Kapsel gelöst und in die Harnblase geschoben. Dort erfolgt eine Zerkleinerung des abgetragenen Prostatagewebes und die Entfernung des Gewebes aus der Harnblase. Das Gewebe wird feingeweblich untersucht, um ggf. bösartige Zellen der Prostata zu erkennen. Am Ende der Operation wird ein Harnblasenkatheter eingelegt, der üblicherweise am 2. Tag nach der Operation entfernt werden kann. Im Regelfall findet am 3. Tag nach der Operation die Entlassung aus stationärer Behandlung statt.

Die TUR-P ist ein minimal-invasives Operationsverfahren, das über die Harnröhre durchgeführt wird. Das Prostatagewebe wird mit einer elektrischen Schlinge von innen nach außen bis in die Nähe der Prostatakapsel abgetragen. Das Gewebe wird feingeweblich untersucht, um ggf. bösartige Zellen der Prostata zu erkennen. Am Ende der Operation wird ein Harnblasenkatheter eingelegt, der üblicherweise am 2. Tag nach der Operation entfernt werden kann. Im Regelfall findet am 3. Tag nach der Operation die Entlassung aus stationärer Behandlung statt.

Bei sehr großer Prostata, v.a. in Kombination mit Begleiterkrankungen wie Blasensteinen oder Blasendivertikeln, wäre unter Umständen auch eine Roboter-assistierte da Vinci Ausschälung der Prostata oder eine offene Schnittoperation möglich. Die Frage nach der besten Operationsmethode kann nur im individuellen Fall nach Absprache mit dem Patienten bestimmt werden.