Testosteronmangel

Das männliche Geschlechtshormon oder Testosteron wird hauptsächlich in den Hoden, aber auch in den Nebennieren gebildet. Ein komplexer Regulationsmechanismus zwischen Hypothalamus im Zwischenhirn, Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) und Hoden steuern den Testosteronhaushalt. Jegliche Beeinflussung auf einer Ebene dieser Achse kann zu endokrinen (hormonellen) Funktionsstörungen führen.

Allgemein bekannt ist, dass Testosteron als „Männlichkeitshormon“ in der Pubertät für die Entwicklung zum Mann verantwortlich ist. Es sorgt für die Fruchtbarkeit und später für die Aufrechterhaltung der männlichen Merkmale. Daneben erfüllt es aber auch sonst vielfältige Aufgaben im Körper. So ist es z.B. an Muskel- und Knochenaufbau, Blutbildung und Psyche beteiligt.

Verminderte Libido und Antriebslosigkeit sind oft Frühzeichen des Testosteronmangels, später können u.a. Erektionsstörungen, Depressionen, Blutarmut und Knochenschwäche hinzukommen.

Ist der Testosteronwert im Blut erniedrigt, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass auch eine Behandlung erfolgen muss. Für die Therapie ist immer wichtig, ob auch typische Symptome des Testosteronmangels bestehen. Entgegen gängiger Auffassung hat ein hoher Testosteronwert wenig mit besonders ausgeprägter Männlichkeit, Sexualität und Libido zu tun. Deshalb sollte das Ziel nicht sein, den Testosteronwert grundlos zu erhöhen.

Insbesondere der im Alter auftretende Testosteronmangel (Altershypogonadismus) ist häufig mit einem ungesunden Lebensstil (metabolisches Syndrom) vergesellschaftet. Hier hat sich gezeigt, dass ein gesunder Lebenswandel mindestens so wichtig ist wie die medikamentöse Therapie. Neben regelmäßigem Sport spielt eine gesunde Ernährung mit dem Ziel der Gewichtsreduktion die wichtigste Rolle. Häufig können sich auf diese Weise die Testosteronwerte und Beschwerden normalisieren. Nebenbei senkt man natürlich so auch das kardiovaskuläre Risiko und kann Erkrankungen wie z.B. der Zuckerkrankheit vorbeugen.
Bei anderen Ursachen eines Testosteronmangels spielt die Ernährung eher eine untergeordnete Rolle.

Zunächst ist eine umfassende Diagnostik wichtig. Testosteron unterliegt einem komplexen Regelmechanismus zwischen Hypothalamus im Zwischenhirn, Hirnanhangdrüse (Hypothalamus) und Hoden. Eine Störung auf einer dieser Stationen kann einen Testosteronmangel bedingen. Daneben kommen aber z.B. auch genetische Ursachen oder Störungen anderer Hormone infrage. Die Therapie erfolgt meist medikamentös.

Wurde festgestellt, dass keine andere behandlungsbedürftige Erkrankung als Ursache des Testosteronmangels vorliegt, kann in der Regel eine medikamentöse Therapie erfolgen. Die Therapie wird genau auf den Patienten abgestimmt. Testosteron kann in den Muskel gespritzt, als Gel über die Haut oder als Kapsel zum Einnehmen verabreicht werden. Bei Kinderwunsch sind andere Medikamente notwendig.